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Im europäischen Automobilsektor scheint das Problem des Fachkräftemangels nicht besonders akut zu sein, zum Teil, weil Die Unternehmen häufig bedeutende Ausbildungsprogramme durchführen oder Beziehungen zu externen Institutionen wie Schulen und Hochschulen aufbauen, um ihren internen Bedürfnissen gerecht zu werden. Im Vereinigten Königreich beispielsweise wurden im Rahmen umfassenderer Programme zur Entwicklung der Mitarbeiter in Unternehmen wie Ford, Jaguar und Rover offene Lernpolitiken eingeführt. Manchmal werden solche Initiativen mit Gewerkschaften ausgehandelt, wie in Frankreich, wo Renault 2001 eine Vereinbarung über die Verknüpfung der Beschäftigungsstufen von 17.000 Produktionsunternehmern mit durch Ausbildung erworbenen Qualifikationen unterzeichnete und eine Reihe von Vereinbarungen über Karrierewege abgeschlossen hat (für Techniker und Aufsichtspersonal im Jahr 2002 und für Arbeiter im Jahr 2003). Ein prominentes Beispiel für die Verbindung zwischen Berufsausbildung und formaler Bildung ist das deutsche System, wo alle großen Automobilunternehmen eigene Ausbildungsstätten geschaffen haben und eine beträchtliche Anzahl von Lehrstellen anbieten. 1995 gründete Volkswagen eine eigens gegründete Tochtergesellschaft (Volkswagen Coaching GmbH), um alle Aktivitäten im Zusammenhang mit interner Aus- und Weiterbildung zu verwalten. Volkswagen scheint zu versuchen, einen ähnlichen Ansatz auf seinen Standort in der Slowakei zu übertragen, wo es eine Kooperationsvereinbarung mit weiterführenden Schulen in Bratislava zur Ausbildung von Elektrikern entwickelt hat. Es gibt nur zwei Länder, in denen bestimmte Arbeitgeberverbände im Automobilbereich vertreten sind: Portugal und Polen. In Portugal gibt es eine Reihe von Arbeitgeberverbänden, die alle Segmente des Automobilmarktes abdecken, einschließlich Vertrieb und Reparaturen, und Tarifverhandlungen führen – z. B. der Verband der Automobilindustrien, Associao dos Industriais de Montagem de Automéveis, AIMA) und der National Automobile Sector Association, Associaéo Nacional do Ramo Automével, ARAN).

In Polen gibt es einen branchenübergreifenden Verband, der die großen Automobilunternehmen vertritt – den Verband der Automobilarbeitgeber (Zwiézek Pracodawcéw Motoryzacji, ZPM) -, während einzelne Unternehmen, wie Fiat, Mitglieder einer sektorübergreifenden Organisation sind – der Polnische Nutzverband der privaten Arbeitgeber (Polska Konfederacja Pracodawcéw Prywatnych, PKPP). Bisher waren Versuche, in Polen ein sektorales Abkommen zu schließen, erfolglos (siehe unten). Schließlich ist der Automobilsektor in das Phänomen verwickelt, dass eine Reihe großer multinationaler Unternehmen mit internationalen Gewerkschaftsorganisationen oder anderen Vertretern “globale Abkommen” oder “internationale Rahmenvereinbarungen” über Arbeitnehmerrechte und andere Fragen der “sozialen Verantwortung der Unternehmen” unterzeichnet haben (EU0105213F). Volkswagen unterzeichnete im Juni 2002 mit dem Weltgruppenrat und dem IWF (EU0207203F) eine gemeinsame “Erklärung zu sozialen Rechten und industriellen Beziehungen”, während DaimlerChrysler im September 2002 mit seinem World Employee Committee (ebenfalls im Namen des IWF) eine Reihe von “Grundsätzen der sozialen Verantwortung” vereinbarte. Der GM EBR (Fortsetzung seiner etablierten Verhandlungsrolle – siehe oben) und der EMF haben im Oktober 2002 mit dem Management ein Dokument über “Grundsätze der sozialen Verantwortung” vereinbart. Die Gewerkschaftsvertretung – wie wir weiter unten sehen werden – ist in der Regel nach Kriterien organisiert, die über den Automobilsektor hinausgehen, obwohl dies natürlich von den Besonderheiten jedes nationalen Systems der Arbeitsbeziehungen abhängt.