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Mustergesundheitsamt berlin

Das öffentliche Gesundheitswesen in Deutschland hat seine Wurzeln in der dunkelsten Zeit des Landes, der NS-Zeit. Nach einer Sozialhygieneperiode in der Weimarer Zeit (1918–1933), in der es um die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung durch Bildung ging, schufen die Nationalsozialisten 1934 mit der Umsetzung des “Gesetzes zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens” die gesetzliche Grundlage für den öffentlichen Gesundheitsdienst. Juli 1934), wobei der Schwerpunkt auf “Rassenhygiene” und Eugenik verlagert wurde. Dieses Gesetz mit seinen drei Durchführungsverordnungen diente als organisatorischer Rahmen für die Struktur und die Zuständigkeitsbereiche des öffentlichen Gesundheitswesens bis zum Ende des 20. Jahrhunderts; nur der rassistische Begriff “genetische und rassische Hygiene” wurde entfernt. Das öffentliche Gesundheitswesen in Deutschland wurde damit ursprünglich als Auswahlapparat und Durchsetzungsinstrument im Kontext unmenschlicher Biopolitik geschaffen. Entscheidungen über die Mittelzuweisung waren auch das größte Hindernis für die Verabschiedung des Präventionsgesetzes in den Jahren vor 2015, da die gesetzlichen Krankenkassen und die staatlichen Gesundheitsbehörden nicht in der Lage waren, sich darauf zu einigen, wer die endgültige Entscheidungsbefugnis über die Zuweisung von Mitteln hat, obwohl beide Seiten sich einig waren, dass der Schwerpunkt auf sozial benachteiligten Gruppen in benachteiligten Gebieten liegen sollte und auf bestimmte Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen ausgerichtet werden sollte, um gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern. In den Stadtstaaten Hamburg und Berlin ist eine andere Organisationsstruktur in Betrieb, wobei die Kreisgesundheitsbehörden ein spezifisches Rechtsverhältnis zur Landesebene haben. Darüber hinaus hat die städtische Staatliche Gesundheitsbehörde eine stärkere Position als in den Gebietsstaaten.

In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen werden die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitswesens auch auf Verwaltungsebene zwischen Land und Gemeinde erfüllt. Die Jährliche Konferenz wird von der Stellvertretenden Ministerkonferenz vorbereitet, die sich aus den Staatssekretären für Gesundheit und den Gesundheitsräten der Bundesländer zusammensetzt. Die Entschließungen, die sich aus dieser Konferenz ergeben, befassen sich mit vorrangigen Fragen im Gesundheitssektor, obwohl sie nicht bindend sind. Dieses Patientenpaar mit extremen Bedürfnissen repräsentiert die beiden Gesichter der Gesundheitsversorgung in Deutschland und ihrer Mischung aus privaten und quasi-öffentlichen Versicherungsplänen. Mehr als jedes Modell der Welt bietet das deutsche System einen Einblick, wie das Gesundheitswesen in den USA aussehen könnte. Das setzt voraus, dass jede Rechnung die Volksrevolte überlebt. Im Gegensatz zu vielen Ländern mit nationaler Gesundheit – beispielsweise Kanada oder dem Vereinigten Königreich — wo die private Versicherung in der Regel den öffentlichen Versicherungsschutz ergänzt, gibt es in Deutschland zwei getrennte Systeme, die nebeneinander existieren, wobei private Pläne indirekt von den Kostenkontrollen des öffentlichen Systems profitieren. Das öffentliche Gesundheitswesen versteht sich als multiprofessionelle Einheit in der Gemeinde.

Zu den Berufsgruppen, die für das öffentliche Gesundheitswesen tätig sind, gehören Ärzte, Zahnärzte, Sozialarbeiter, Gesundheitsingenieure, Gesundheitsinspektoren und Desinfektionsgeräte, Krankenschwestern und sozialmedizinische Assistenten, Verwaltungsbeamte und Gesundheitsassistenten.